Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
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   Quellen - Bruder Klausund Dorothea
  
  
Die «Metropolis» von Albert Krantz
  
Quelle Nr. 267

  

  
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Zeit: 1576
  
Herkunft: Alberti Krantzii, rerum Germanicarum historici clarissimi, ecclesiastica historia, sive Metropolis. De primis christianae religionis in Saxonia initiis, deque eius episcopis et horum vita, moribus, studiis et factis. Item de aliarum nationum, regum et principum gestis, ad quas passim in aliis suis operibus lectorem author remittit. Denuo et quidem multd accuratius et emendatius, quam ante, edita. Cum praefatione ad Reverendissimum principem ac Dominum, Dominum Iulium Episcopum Herbipolitanum, Franconiae ducem etc. Joan. Wolfij I.C. Addito indice locupletissimo. Francofurti ad Moenum ex officina typographica And. Wecheli M.D.LXXVI.[1576] , S. 331–332. – (Exemplar in der ZB Luzern – die Stiftsbibliothek Einsiedeln besitzt ein Exemplar der Ausgabe von 1590).
  
Kommentar: Albert Krantz (1448–1517) in Hamburg war hanseatischer Staatsmann und zugleich katholischer Theologe und bedeutender Kirchenhistoriker. Sein Hauptwerk ist die «Ecclesiastica historia sive Metropolis», eine lateinische Kirchenchronik, die sich bis 1504 erstreckt. Sie wurde erst posthum 1568 in Basel gedruckt. In dieser Erstausgabe ist von Bruder Klaus noch nicht die Rede, sondern erst in den späteren Ausgaben von 1576 und 1590, deren Bearbeiter der deutsche Historiker Johann Wolf gewesen sein soll. Zur Schlagzeile «Eremita sine cibo per annos viginti vivens» (Eremit lebte 20 Jahre ohne Speise) findet sich der unten folgende Text. - Johann Wolf übernahm in einem eigenen Werk zudem einen Text von Theodor Zwinger (Quelle 261). Der Name «AlbertusKranzius» befindet sich zudem auf der Liste der Schriften, die der römischen Kurie zugestellt wurden (R. Amschwand, Ergänzungsband, 94). – Als einzige Quelle des Textes (von Johann Wolf) erscheint Hartmann Schedels Weltchronik von 1493 (Quelle 060), aus der einzelne Stellen wörtlich entnommen sind.
  
Referenz: Rupert Amschwand, Ergänzungsband, 65–66

  

   Bei den Bergbewohnern der Schweiz führte zu dieser Zeit, nicht weit vom Luzerner Gebiet entfernt, in einer grossen Einöde, ein alter einsamer Mann ein Eremitenleben. Er soll zwanzig Jahre lang ohne körperliche Speise gelebt haben und wurde Bruder Klaus genannt. Er war ein Mann, dessen Körper dürr, ausgetrocknet und abgezehrt war und dessen Nerven und Knochen nur von der Haut zusammengehalten wurden. Obwohl die Eremiten längere Zeit zu fasten pflegen und durch ein ruhiges und zurückgezogenes Leben unverbraucht bleiben, wie das bei Einsiedlern zutrifft, so führte dieser Mann doch auf Erden schon ein himmlisches Leben. Dennoch bezeichneten ihn Neider als einen ruhmsüchtigen Menschen und legten sein Leben als Prahlerei aus und sagten, er habe seinen Lohn schon auf Erden empfangen. Aber damit verhält es sich wie immer: Der Heiligkeit fehlt es nie an Missgunst. Warum verleumden sie einen Mann, der ein Leben in strengster Armut und Einsamkeit führte, der alle, die zu ihm kamen, mit geistlichem Trost erfüllt entliess, der in Enthaltsamkeit und Demut verharrte, der nichts begehrte und niemandem Unrecht tat? Wahrlich, für so viel Mühen und Drangsale ist Menschenlob ein geringer Lohn. Schliesslich, als er alt geworden und die Kräfte nachliessen, erlöste ein sanfter Todesschlaf die Seele des Greises. In seiner Pfarrkirche bestattet, ruht er nicht ohne Wunderzeichen. Er hat auch seinen Landsleuten manch Zukünftiges vorausgesagt, was der Lauf der Dinge bestätigte.
    
  
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Bruder Klaus · Niklaus von Flüe · Flüeli-Ranft · Schweiz
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