Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
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Nummer
  
   Quellen - Bruder Klausund Dorothea
  
  
Die pfälzische Chronik
  
Quelle Nr. 076

  

  
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Zeit: um 1475
  
Herkunft: Matthias von Kemnat, Staatsbibliothek München, Cod. germ. 1642, Handschriften des 16. Jahrhunderts, Blatt 132b
  
Kommentar: Matthias von Kemnat, alias Matthias Widmann, mit einer humanistischen Ausbildung, war Kaplan und Historiograph des Pfalzgrafen Friedrich I., bzw. Kurfürst Friedrich I., Pfalzgraf bei Rhein (1451–1476). Sein Werk, die Chronik Friedrich I., beinhaltet vor allem Schauergeschichten über allerlei Betrüger. Auch Beginen, Begarden, Waldbrüder, Eremiten kommen darin nicht gut weg. In dieser Optik machte er auch seine Bemerkungen über den Eremiten im Ranft, Bruder Klaus. Der Schriftsteller starb anfangs 1476.
  
Zeitgeschichtlicher Kontext: Der Grossvater Friedrichs, Kurfürst Ruprecht III. von der Pfalz, war 1400–1410 auch König des Heiligen Römischen Reiches, als Ruprecht I. (nicht zum Kaiser gekrönt). Friedrich hatte einen Bruder, ebenfalls im Kurfürstenstand, Ruprecht von der Pfalz, Erzbischof von Köln. Gute Beziehungen hatte er zudem zu den beiden anderen geistlichen Kurfürsten im Westen, den Erzbischöfen von Mainz und Trier. Vier Kurfürsten vereint, was bedeutet das? Die beiden Pfälzer waren verbündet mit dem Burgunder Herzog, Karl dem Kühnen. Dieser wiederum hätte somit bei einer Wahl als Römischer König, eine Mehrheit hinter sich gehabt, gegen den amtierenden König, Kaiser Friedrich III. (Habsburg). In Köln war das ehrgeizige Bauprojekt des Domes noch in den Anfängen und verschlang schon jetzt Unsummen, was zu einem grossen Druck auf die Untertanen des Erzbischofs führte. Kaiser Friedrich III. nutzte diese Lage, er drängte als erstes auf die Absetzung des Erzbischofs Ruprecht. Zwischenzeitlich setzte er Friedrich I. von der Pfalz in die Reichsacht. Mit einer von Frankreich gemieteten Armee marschierte er vor Neuss bei Köln auf. Herzog Karl der Kühne war dem Erzbischof Ruprecht zu Hilfe gekommen. Im Süden rüsteten sich die Eidgenossen, (Vorder-)Österreicher, Lothringer und Mitglieder der Niederen Vereinigung zum Krieg gegen Burgund – finanziell unterstützt durch König Ludwig XI. von Frankreich. Das ganze endete mit dem Tod Karls des Kühnen auf dem Schlachtfeld bei Nancy (5. Januar 1477) und wenige Jahrzehnte auch mit dem Baustopp der Kölner Domkirche St. Peter und Maria (1510) – 1531 wurde im unfertigen Dom jedoch ein Urenkel Karls des Kühnen, Ferdinand I. (Bruder Karls V., beide Enkel Maximilans I.) zum Römischen König gekrönt.
  
Referenz: Robert Durrer, Quellenwerk, 1013

  

   Es wird jetzt auch erzählt: In einem Land, mit Namen «Schweiz», [lebte] Bruder Niklaus, der in vielen Jahren nicht gegessen hat. Wenn dem so ist, dann muss er ein lebender Heiliger sein oder ein Teufel, gegen den es kein Mittel gibt.
    
  
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