Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
   Home  
   Inhalt  
   Quellenwerk  
   Suchen  
   Kontakt  
  £
  
Blättern · Quellen
 
Nummer
  
   Quellen - Bruder Klausund Dorothea
  
  
Peter Schott
  
Quelle Nr. 046

  

  
 … direkt zur Quelle, Kommentar überspringen

Zeit: September 1487
  
Herkunft: Druck: Petri Schotti Argentinensis patricii iuris utriusque doctoris consultissimi oratoris et poetae elegantissimi graeceque probe aeruditi Lubratiuculae ... impressa a Martino Schotto cive Argentinensis (Strassburg) sexto Nonas Octobres anno Christi MCCCCLXXXXVIII (1498), Fol. LXIII.
  
Kommentar: Peter Schott war Doktor der beiden Rechte - Kirchenrecht und weltliches Recht - in der elsässischen Metropole Strassburg. Der Adressat seines Briefes, worin er äusserst knapp über Bruder Klaus berichtet, ist ein böhmischer Baron. Dieser, Bohuslaw Hassenstein, alias Ban von Lobkowitz (Ý1510), eine Berühmtheit in der Geschichte Tschechiens. Einen Namen machte er sich besonders durch seine grosse, sagenumwobene Bibliothek, aber auch wegen seinen exklusiven Reisen in den Orient. Beide verband die Leidenschaft, nach einer kirchlichen Erneuerung zu rufen. Beide studierten einst in Italien. - Der elsässische Gelehrte will über den Eremiten im Ranft nur Tatsachen berichten, also hält er seine Ausführungen sehr knapp. Wertvoll ist hier aber seine Beschreibung des äusseren Erscheinungsbildes des Waldbruders: Bei seinem Besuch zeigte sich ihm ein wahrer Kontrast zu allen zivilsierten Vorstellungen. Aber trotz seines verwilderten Aussehens, das vielleicht etwas an Johannes den Täufer oder an die Einsiedler in Ägypten erinnern mochte, war Bruder Klaus im Umgang mit Menschen äusserst freundlich, was offensichtlich die Menschen so nicht erwarteten, vielmehr fürchteten sich manche vor ihm.
  
Referenz: Robert Durrer, Bruder Klaus-Quellenwerk, 397

  

   Petrus Schott entbietet dem hochgelehrten Herrn, dem berühmten und grosszügigen königlichen Sekretär Bohuslaw Hassenstein seinen Gruss. [...] Dass Bruder Klaus aus diesem Leben geschieden ist, wirst du bereits wissen. Als er noch lebte, hatten wir, mein Vater und ich, ihn einmal besucht. Er war ein Mann mit ungepflegten Haaren, hatte aber ein edles, von Magerkeit gezeichnetes, erdfarbenes Gesicht. Seine langen, hageren Glieder waren mit einem einzigen Kleid bedeckt. Mit freundlichen und wahrhaft christlichen Worten und ohne jegliches Anzeichen von Heuchelei empfing er uns. Auf unsere Fragen antwortete er kurz und wohlüberlegt. Ich werde dir seine schon lange gewünschte Lebensbeschreibung ein andermal senden und dann ausführlicher über seinen Tod und dessen Folgen berichten. Unsicheres möchte ich dir nämlich nicht als Tatsachen darlegen. [...] Lebe wohl! Aus Strassburg am 10. September im Jahre 1487.
    
  
Zurück zum Quellenverzeichnis (bis 1501)
  
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
  
… nach oben    
   
   
Bruder Klaus · Niklaus von Flüe · Flüeli-Ranft · Schweiz
© 1998–2017 ·
nvf.ch und bruderklaus.eu (vormals: bruderklaus.ch)
Designed and published by Werner T. Huber, Dr. theol.

Letzte Dateiänderung: 04.09.2009 14:19:10