Holzschnitt 1510
    
Niklaus von Flüe
Bruder Klaus  
  
 
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   Quellen - Bruder Klausund Dorothea
  
  
Felix Fabri, Dominikaner aus Zürich
  
Quelle Nr. 010

  

  
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Zeit: 1475
  
Herkunft: Evagatorium», Ausgabe C. Dietrich Hassler, Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart.
  
Kommentar: Felix Fabri (Schmid) war in seiner Zeit ein berühmter Reiseschriftsteller. Er wurde 1438 in Zürich geboren. Sein Vater war der Schwager des Bürgermeisters Stüssi; beide kamen 1443 im Alten Zürichkrieg in der Schlacht bei St. Jakob an der Sihl ums Leben. Wegen dieser Erfahrung waren ihm die Eidgenossen zeitlebens verhasst. Fabri wuchs nach einer erneuten Heirat seiner Mutter zunächst in Diessenhofen auf, später lebte er als Jugendlicher auf der Kyburg bei seinem Onkel, einem österreichischen Vogt. Als Siebzehnjähriger legte er 1455 bei den Dominikanern in Basel seine Ordensgelübde ab.
     Felix Fabri begleitete wohlhabende schwäbische Herren sogar in den Orient. In diesem Zusammenhang schreibt er auch ein Buch über die heilige Erde Arabiens und Ägyptens, wo einst Propheten und Einsiedler lebten – Originaltitel: «Evagatorium in terrae sanctae, Arabiae et Aegypti peregrationem». In einem Abschnitt macht er dann einen Vergleich zum aktuellen Geschehen im Ranft. Zwar hatte Daniel in der Löwengrube, die Lieblingsgestalt Fabris aus dem Alten Testament, durch den Propheten Habakuk in seiner Not irdische Nahrung erhalten (Dan 14,31–39). Und der Prophet Elias erhielt sein Essen von Raben (1 Kön 17,43–6). Bei Bruder Klaus aber war es nicht anders möglich, er lebte allein von himmlischer Speise. Der Dominikaner bezeugt, daß er den Einsiedler im Ranft 1475 selber gesehen hat. Fabri schrieb diesen Bericht im Kloster in Ulm, wo er 1502 starb.
  
Referenz: Robert Durrer, Bruder Klaus-Quellenwerk, 72

  

   Nie lesen wir, dass Gott seine Auserwählten durch Hungertod umkommen liesse. Den Märtyrern, die hierzu eingesperrt wurden, sandte er Engel, um zu helfen; sie brachten ihnen Speise vom Himmel, wie wir öfters lesen können. Die Propheten nährte er mit Hilfe von Raben und die heiligen Väter, die Einsiedler, hat er wunderbar erhalten. Und über unseren geliebten Vater Dominik lesen wir, dass zweimal den an Brotmangel leidenden Brüdern von Gott durch Engel Brot gebracht wurde. Wenn er aber kein materielles, sichtbares Brot schickt, so erhält er seine Lieblinge doch wunderbar durch eine unsichtbare Kraft, wie wir es von der heiligen Katharina von Siena lesen. Und das gleiche können wir heute, in unserer Zeit, mit eigenen Augen sehen. Denn wir wissen, dass der Einsiedler Nikolaus, in der abgeschiedenen Bergwelt ob dem Luzernersee, schon gegen die zwanzig Jahre ohne jegliche Speise und Trank lebt. Dies ist wunderbar zu vernehmen. Ich habe ihn selber im Jahre 1475 gesehen.
    
  
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