Holzschnitt 1510
    
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   Eucharistie ohne Priester? (Frage)
    Jesus ist Hoher-Priester und Pessach-Lamm

Ein Beitrag zur ökumenischen Diskussion von Werner T. Huber


«Leben wie die Christen in den Anfängen ...» – «Zurück zu den Wurzeln des Urchristentums ...»
  
Solche Aussprüche zeugen von einem tiefen Bedürfnis nach spiritueller Erneuerung im christlichen Glauben.
    
Haben die grossen christlichen Kirchen versagt? Können Sie den suchenden Menschen nichts Entscheidendes mehr bieten, was die Herzen bewegt, und vor allem, was die Herzen heilt und beschützt? Was halten sie den bitteren Erfahrungen von Tod, Elend, Unrecht, Unfrieden und Lieblosigkeit entgegen? Was kann dem Einzelnen helfen?
   
Religion findet im Herzen statt oder sie findet überhaupt nicht statt. Kein Mensch in dieser Welt ist ganz verlassen. Jeder kann und soll eine persönliche Beziehung zu Jesus haben, die ihn zum Frieden und zum Glück hin trägt. Jesus ist die menschgewordene Liebe Gottes, die uns trägt und beschützt.
   
Abendmahl (Eucharistie) ist nicht bloss eine Party, an der Menschen einander treffen und sich oberflächliche Dinge erzählen, es ist in ursprünglicher Absicht das, was die Herzen bewegt, was den Herzen hilft und sie aufbaut. Es ist Training für das Leben. Es ist die persönliche Begegnung mit Jesus im eigenen Herzen. Abendmahl (Eucharistie) kann jeder Mensch zu jeder Zeit in seinem Herzen feiern.
 

Schutzmantel-Christus von Roland P. Litzenburger
  
Schutzmantel-Christus von Roland P. Litzenburger 


Das neue Pessach  (vgl. ... unser Pascha, in: 1 Kor 5,7 sowie Joh 1,29.36)
  
Wenn wir einen bildnahen Bezug des eucharistischen Blutes mit dem Blut des Pessach-Lammes schaffen wollen, so ist dies tatsächlich nur im Rahmen einer Verinnerlichung möglich. Die Türe des Herzens wird besiegelt mit dem Blut des Lammes, damit Ängste, Sorgen und letztlich der Todes-Schrecken das Leben im Innern nicht ersticken können. Das Kreuz Jesu ist unsere Herzens-Türe. Indem wir das Kreuz im Herzen tragen, haben wir Anteil am Blut des Lammes auch wenn wir es nicht in seiner äusseren «species», in seinem äusserlichen Gehabe empfangen. Das Pessach ist durch Jesus vorwiegend ein Gottesdienst des Herzens geworden. Denn der Leib des neuen Pessach-Lammes ist nichts anderes als Nahrung und Arznei für Herz und Seele. Der Leib des Lammes ist das nährende und heilende Wort Gottes; das Blut ist die Liebe aus dem Herzen Gottes, die uns trägt und schützt die ewige, unendliche Liebe, die unbesiegbare Macht. Der volle Sinnzusammenhang des neuen Pessach scheint aber bisweilen den Christen abhanden gekommen zu sein. Martin Luther hat den Zusammenhang zwischen der Eucharistie (bzw. zwischen dem Abendmahl), dem Kreuzestod Jesu und dem Pessach der Juden besonders anschaulich herausgearbeitet. Dies zeigt sich besonders eindrücklich in der 5. Strophe seines Liedes «Christ lag in Todesbanden»:
    
              Hie ist das rechte Osterlamm,
              davon Gott hat geboten,
              das ist hoch an des Keuzes Stamm
              in heisser Lieb gebraten.
              Das Blut zeichnet unser Tür,
              das hält der Glaub dem Tode für,
              der Würger kann uns nicht mehr schaden.
              Halleluja.
   
Eucharistie ohne Priester? Diese Frage ist mit einem klaren Nein zu beantworten, wobei sich jedoch die Frage stellt: Wer ist Priester? Zuerst ist Jesus der eigentliche Priester (Hoherpriester). Eucharistie ist umfassender, als oft angenommen wird. Es geht um die Erhaltung des realen Lebens über das irdische Dasein hinaus, es geht aber auch um das Leben hier und jetzt. Es geht um die Vergebung der Sünden und um die Verwerfung (Abwehr) der Sünde, um den Schutz von allem Bösen, Lebensbedrohlichen schlechthin. Der Mensch begegnet aber diesem Hohenpriester Jesus nicht irgendwo da draussen, sondern im Innern seines Selbst, in seinem Herzen, welches das Haus der Seele und der unsterbliche Leib des Einzelnen ist.
   
Die Botschaft vom Kreuz ist eine der Zahlen-Macht der Menschen entgegengesetzte Offenbarung: Gott ist masslose Liebe. Und diese sollte das Mass aller Dinge sein und nichts anderes. Das ist die Kulmination des Pessach: Nur die Liebe Gottes trägt uns und schützt uns ... Dieser Gott ist das «Ajin schepha» (= Quelle des Überflusses, Auge der Unermesslichkeit). Der Mensch wandte sich von Gott ab, hatte sich ihm gegenüber immer mehr entfremdet und machte schliesslich sich selbst zum Mass aller Dinge. Und nun droht ihm die Gefahr des Todesschreckens, des Absturzes ins Nichts. ... nur die Liebe trägt uns und schützt uns.
  
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Eucharistie ohne Priester? (PDF, 32 Buchseiten, 274 kB)
   
Der Autor, Werner T. Huber – am 7. März 1949 in St. Gallen (Schweiz) geboren – ist katholischer Theologe (Dr. theol.). Er hat jedoch kein Amt in irgendeiner der «offiziellen» Kirchen inne.

  
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